Schalla hatte seine Absage der Veranstaltung mit dem Titel "Israel - seine wahren und falschen Freunde" damit begründet, dass er "Schaden für das Verhältnis zwischen Evangelischer Kirche und der Jüdischen Kultusgemeinde Karlsruhe" abwenden wollte. Dabei gehe nicht um Antisemitismusvorwürfe, stellte Schalla klar. Seine Entscheidung habe allein mit dem "Miteinander vor Ort" zu tun. Eine kritische Auseinadersetzung mit der Regierungspolitik Israels sei genauso möglich wie mit jeder anderen Regierungspolitik. Er bedauerte es, dass die Diskussion über die Veranstaltung eskaliert sei.
Zumach, der Korrespondent der Berliner Tageszeitung "taz" in Genf ist, zeigte sich über die schriftliche Absage "äußerst schockiert." In 45 Jahren sei noch nie einer seiner Vorträge aus inhaltlichen Gründen abgesagt worden, schreibt er in einem Brief an Schalla und bat darum, die Absage zu überdenken.
Auch der evangelische Sozialethiker und Theologieprofessor Ulrich Duchrow (Heidelberg) hatte die Entscheidung kritisiert. Die Absage sei eine "grundgesetzverletzende und das Ansehen unserer Kirche schädigende Aktion". Ziel der Kirche müsse es sein "die beiden Narrative aus jüdischen und palästinensischer Sicht ins Gespräch zu bringen". Manfred Budzinski, Sprecher von Pax Christi, bezeichnete die Absage als "Maulkorb für Veranstaltungen über Israel und Palästina".
In Ettlingen bei Karlsruhe soll ein gleichlautender Vortrag von Zumach unter dem Titel "Israel - seine wahren und falschen Freunde" in der Evangelischen Paulusgemeinde dagegen stattfinden.